Neubau Ballsportgymnasium

Wien, Austria
Grundriss Erdgeschoß
Disegno © Franz&Sue
Grundriss Obergeschoß
Disegno © Franz&Sue
Visualizzazione © Franz&Sue
Visualizzazione © Franz&Sue
Architetti
Franz&Sue
Sede
Horrplatz, 1100 Wien, Austria
Anno
2026
Cliente
Bundesimmobiliengesellschaft
Team
Friedrich Körner, Elisabeth Nobl, Melina Blatt, Asmir Mehic

Gegenüber der Generali-Arena beim Verteilerkreis Favoriten entsteht der Viola Park. Ein Stadtentwicklungsgebiet mit Wohnungen, SeniorInnenheim, Kindergärten – und einem Sportgymnasium. Hier, direkt hinter der Ost-Tribüne, werden etwa 900 SchülerInnen lernen und sich ihrer sportlichen Karriere widmen. Denn das Ballsportgymnasium bietet Jugendlichen schulische Bildung und Ausbildung im Leistungssport.

Am Vorplatz des Stadions, wo sich auf einem Parkplatz jetzt noch Autos aneinanderreihen, entsteht in den kommenden Jahren der Neubau des Wiener Ballsportgymnasiums. Hier werden etwa die LeistungssportlerInnen der Vienna Vikings, Vienna Capitals oder der Vienna D.C. Timberwolves die Schule besuchen. Als violette Kooperationsschule absolvieren auch die Nachwuchs- und AkademiespielerInnen von Austria Wien ihre schulische Ausbildung hier und profitieren von der direkten Anbindung zur Generali-Arena. Sie benötigen keine Standard-Schule, sondern eine, die auf ihre Bedürfnisse eingeht. So gibt es etwa keine Stammklassen und die SchülerInnen wechseln sich in Vor- und Nachmittagsschichten in den Unterrichtsräumen ab – ähnlich zu US-amerikanischen High Schools.

In einem Ballsportgymnasium wird der Turnhalle eine besondere Rolle zuteil: Sie ist Dreh- und Angelpunkt der Schule, denn die Jugendlichen verbringen hier mindestens genauso viel Zeit wie in den Klassen. Drei Sportfelder umfasst die zweigeschoßige Halle, die sich über die komplette Länge des Gebäudes zieht. Sie ist einsehbar und präsentiert sich mit der verglasten Erdgeschoßzone stolz der Nachbarschaft. Im Inneren können die Jugendlichen von der öffenbaren Galerie in der Aula aus die Trainings ihrer MitschülerInnen beobachten. Auf das Überbauen der Halle haben wir bewusst verzichtet – auf dem Dach soll eine grüne Oase entstehen, welche das Mikroklima verbessert und allen SchülerInnen und PädagogInnen einen Ort der Erholung bietet.

Die Aula mit ihren Sitzstufen bildet das kommunikative Herz der Schule. Sie lässt sich mit Mehrzweckraum und Speisesaal für Sportveranstaltungen oder Maturafeiern zusammenschalten, die Räume können aber auch individuell für den Unterricht, etwa zum Musizieren, genutzt werden. In der Mitte die zentrale Sitztreppe, die das Untergeschoß mit seinen Kabinen und Turnhallenzugängen mit den Lerngeschoßen verbindet.

Die Schulgeschoße haben wir klar und einfach aufgebaut: Außen sind die Klassen angeordnet, innenliegend die Erschließungsflächen und die Homebases mit Garderoben, Lerninseln und Kommunikationszonen. Das Besondere: Jede der sechs Homebases verfügt über eine witterungsgeschützte Loggia für Unterricht oder Pausen im Freien. Diese entstehen, da wir das Gebäude nicht als langen Riegel konzipieren, sondern mit Knicken.

Die Gebäudekanten schmiegen sich an die Grundstücksgrenzen an, die Fassadenlänge wird gebrochen und wir gewinnen mehr Raum durch dieses geometrische Spiel. Die geknickte Grundrissform spiegelt sich auch in der Fassade wider: Die Parapete sind leicht nach außen geneigt und werden durch filigrane Profile verlängert. An diesen können die NutzerInnen den textilen Sonnenschutz je nach Bedarf ein- oder ausfahren.

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Rivista

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