- Rasa - Die vergessene Stadt
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Als eine von mehreren città dell autarchia wird Raša von Mussolini selbst in Auftrag gegeben. Die Planung der ‚idealen Stadt’ für 2000 Bergleute und Ihre Familien wird nur einem Architekten übertragen, Gustavo Pulizer Finali und seinem Büro STUARD. Er bekommt die Möglichkeit ein Gesamtwerk zu schaffen, vom Siedlungskonzept, über die Architektur für alle Gebäude bis hin zum Mobiliar.
In allen Massstäben verknüpft er Elemente der Moderne und des italienischen razionalismo in ganz eigener Weise mit lokalen traditionellen Bauelementen. Raša wird von April 1936 bis November 1937, in nur 547 Tagen erbaut. Die Stadt wird nicht nur untrennbar mit dem Faschismus verknüpft sein, es folgen mehrere Unglücke und Wirtschaftskrisen. Sie wird zum Synonym für Depression und Ohnmacht Ihrer verbliebenen Einwohner.
Aldo Rossi hat durch die Organisation der XV Triennale di Milano 1973 zu einer neuen Sichtweise auf die faschistische Bautätigkeit beigetragen. Darf man dem architektonischen Werk unabhängig von seinen politisch-gesellschaftlichen Produktionsbedingungen, einen autonomen Wert zugestehen?
Die Planstadt Raša ist nahezu so geblieben wie sie 1936 erbaut wurde. Im Laufe der Zeit wurden nur zwei Gebäude ergänzt. Auf architektonischer Ebene betrachtet ist jeder Gebäudetyp bis ins Detail von herausragender Qualität. Warum aber wurde Raša, ein Werk von so grosser urbaner und architektonischer Qualität nie wirklich geliebt?
Eine apolitische Herleitung. - 阅读更多
- 作者: Florian Berner, Miriam Weyell
- 出版商: Modulør
